Midgards-Messer

Odin Edc

Odin Edc

Herkunft des Namens Odin:

Je nach Kontext sind im Deutschen sowohl die nordgermanische Namensform Odin als auch die südgermanischen Formen Wodan oder, in neuhochdeutscher Lautung, Wotan üblich. Der älteste schriftliche Nachweis des Namens ist eine Runeninschrift auf einer Bügelfibel von Nordendorf aus dem sechsten Jahrhundert n. Chr., die neben anderen Namen Wodan nennt. Die zweite Silbe wurde im Nordseegermanischen zu -en oder -inumgebildet (angelsächsisch Wōden). In den nordgermanischen Sprachen fiel zudem das anlautende W- (wie stets vor o und u) aus. Der früheste Beleg für den Götternamen Odin aus der Zeit um 725 n. Chr. fand sich in der Form uþin auf einem mit Runen beritzten Schädelfragment. [5]

Beide Namensvarianten gehen auf eine westliche Dehnform zur indogermanischen Wurzel *wat „anblasen, anfachen, inspirieren“ [6], nach anderen *u̯ā̌t-, *u̯ōt- „geistig angeregt sein“ [7] oder *weh₂t- „wütend, erregt, inspiriert“ [8], zurück, die auch das altindische ápivátati „bläst an, inspiriert“, das lateinische vatēs „Seher, Dichter, Wahrsager“ und altirisch fāith „Seher, Prophet“ hervorgebracht hat. Die rekonstruierte protogermanischeUrform des Götternamens lautet *Wōdanaz. Das althochdeutsche und mittelhochdeutsche wuot „heftige Bewegung, heftige Gemütserregung, Raserei“ und neuhochdeutsch Wut „rasender Zorn“, und niederländischwoede „Wut, Raserei“ lassen sich über gemeingermanisch *wōdaz „besessen, erregt“ (direkt daraus noch gotisch wods „wütend, besessen“ und altenglisch wōd „wahnsinnig, wütend, rasend“) ebenfalls auf diese indogermanische Wurzel zurückführen. Auf parallele Ableitungen derselben Wurzel gehen außerdem altenglisch wōþ „Ton, Stimme, Dichtung, Gesang“ und altnordisch óðr „Erregtheit, Dichtung, Dichtkunst“ zurück, die weitere Charakteristika des germanischen Gottes (seine Verbindung mit Dichtung, Gesang und Magie) beleuchten. Die mit dem Gott Wodan verknüpfte seelische Erregung kann sich ebenso auf die poetische Dichtung beziehen wie auf die Magie und deren mögliche Anwendung im Krieg oder auf die jähzornartige Wut der Berserker. Schon Adam von Bremen fasste in seiner Beschreibung des Tempels von Uppsala in seinen aus dem elften Jahrhundert stammenden Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum das Wesen des Gottes in diesem Sinne zusammen: „Wuodan id est furor“ („Wodan, das heißt Wut“). [9]

Mit der Zweiten Lautverschiebung wurde aus dem südgermanischen Wodan althochdeutsch Wuotan und langobardisch Wotan bzw. in romanischer Schreibweise G(u)odan. [10] In der Neuzeit, vor allem im Zuge der Romantik wurde der Name im Deutschen wieder aufgenommen. Richard Wagner verwendete zunächst die westgermanische Lautform Wodan (so im II. Akt des Lohengrin), ab etwa 1860 entschied er sich jedoch für die zwischen Wodan und Wuotan vermittelnde Schreibweise Wotan. [11] Diese Namensform, die im Frühmittelalter nur im Langobardischen einmal belegt ist, wurde durch den Einfluss seiner Opern zur gebräuchlichen Schreibweise des südgermanischen Namens. [12]

Der Name des Mittwochs nimmt in anderen germanischen Sprachen in Anlehnung an das römische Vorbild dies Mercurii „Tag des Mercurius“, auf Wodan Bezug (vgl. Interpretatio Romana). Der „Wodanstag“ oder auch „Odinstag“ wurde im Niederländischen zum Woensdag, im Englischen zum Wednesday, im Friesischen zum Wernsdey, im Dänischen und Schwedischen zum onsdag. Die Entlehnung hängt mit der Übernahme der römischen Siebentage-Woche durch die kontinentalen Germanen des zweiten bis dritten Jahrhunderts zusammen. Im deutschen „Mittwoch“ sollte der Name des höchsten germanischen Gottes vielleicht vermieden werden.